Plus und Minus K2: Eine Welt erschaffen

Plus und Minus K2: Eine Welt erschaffen

K2 = Kapitel 2


Lass uns eine Welt erschaffen !

Wer träumt denn nicht, sich sein eigenes Königreich, eine eigenes Universum, ganz für sich allein zu haben ? Ein Sandkasten, in dem alles exakt so verläuft, wie man es sich wünscht.

Wahrscheinlich viele nicht.

Erstens, ist die Vorstellung davon ja mal überhaupt nicht realistisch, und zweitens, es macht dann doch gar keinen Spaß mehr, wenn alles genau so verläuft wie man es möchte.

Beides valide Argumente, aber stellen wir uns nur mal für einen Moment vor, wir hätten auf « New Game » im Universum bzw. die Escape-Taste gedrückt, wären somit auf das Hauptmenü im Leben geflohen, und hätten nun die Option eine ganz eigene Spielwiese zu erschaffen. Dann wäre schnell klar, dass sich hier nicht mit Logik und Vernunft argumentieren lassen kann ! Auch nicht mit Gefühlen und Prinzipien, da selbst das Unlogische im « Hauptmenü » nicht existiert.

Was soll das überhaupt sein, dieses « Hauptmenü » ?

Antwort : Der Ausgangspunkt unseres Universums. Als der Urknall geschah, wurde schließlich die genau gleiche Prozedur in Gang gesetzt, wie sie durch das drücken des « New Game »-Buttons in Videospielen, oder der « Neue Datei »-Button in Textdokumenten, tagtäglich geschieht.

Wir machen also einfach mal diese neue Welt, gestalten sie wie wir sie wollen, und nehmen dabei mal einfach an, es würde (warum auch immer), stets die selbe Struktur, dieselben Lebewesen und dieselben Geschichten nachverfolgen wie unser Universum, mit der Ausnahme dass es nun Sophie und Phil gibt, beides sehr verträumte Zeitgenossen, die es in unserem Universum nicht gibt. Die zwei Figuren sind allerdings zunächst unwichtig, im zweiten Buch spielen sie dafür eine umso entscheidendere Rolle.

Also ja, es ist ein Paralleluniversum. Ein Sandkasten, den ich nun benutzen möchte, um dir nun die Welt – die reale Welt – zu erklären.

Stell’ dir einfach mal vor du bist gerade eben geboren, aber besitzt schon jetzt die Fähigkeit zu verstehen, und zu lesen.

Wie geht das eigentlich nochmal ?

Lesen ist die Fähigkeit, Buchstaben als Wörter zu identifizieren, und diese Wörter nunmal den passenden (richtigen) Bildern zuzuordnen. Bei « Hund » denkst du also an einen echten Hund, mit Zottelhaaren, heraushängender Zunge, schwarzen, großen, runden, Knopfaugen, und weißem Fell…

Was ? Du hattest gerade eine ganz andere Vorstellung von einem Hund ?

Das ist in Ordnung. Solange du dennoch an eine beliebige Hunderasse gedacht hast, ist das ein Zeichen, dass du lesen kannst.

Verstehen ist im Prinzip das selbe, nur das du Situationen lesen kannst. Sprich : Auf jede Situation richtig antworten, also handeln können.

Perfekt ! Jetzt haben wir alle Werkzeuge die wir brauchen, um uns eine ganz eigene Welt zu erschaffen ! In diesem Buch wird diese Welt lediglich als Modell für dich zur Verfügung stehen, um dir das Prinzip des Lebens, und allem um dich herum verständlicher zu machen. Von 0 an, als wärst du gerade alt genug geworden, um Dinge verstehen zu können.

Worauf warten wir ?

Als erstes brauchen wir eine Grundlage. Warum ? Tja, wenn wir etwas erschaffen wollen, macht es doch wohl kaum Sinn, keinen Sinn zu haben. Wir brauchen den Grundsatz, den du wahrscheinlich die ganze Zeit als selbstverständlich hinnimmst : Streben nach Einfachheit, Stärke, Größe, dem Besten ! Warum das so ist, erfährst du in den folgenden Kapiteln.

Als Grundlage nehmen wir Regeln. Wie die, die ich schon erwähnt habe : Streben nach dem Besten. Damit direkt verbunden ist auch die zweite Regel : Logik.

Wenn wir eine Regel haben, muss sie auch eine dementsprechende Begründung haben, damit unsere Welt nicht zusammenbrachen kann. Warum wir das nicht wollen ? Haben wir doch in der ersten Festlegung beantwortet : Weil wir die möglichst beste Welt erschaffen wollen !

Nun haben wir also Regeln. Grandios. Was bringen die uns jetzt ?

Na, was wollen wir denn eigentlich erreichen ?

Das legen wir jetzt nochmal detaillierter fest : Wir wollen eine Welt, damit du etwas lernst.

Was braucht eine Welt alles ?

Zwei Dinge : Raum und Zeit. Warum ? Wissen wir Menschen noch nicht. Dafür ist die Wissenschaft zuständig. Bis dahin gilt : Fantasie ist nur durch die Realität möglich, bedeutet, wir nehmen einfach Bilder die wir aus der Realität gelernt, also verstanden haben, und verbinden sie, trennen sie, drehen sie… machen alles mögliche, und gestalten dadurch unsere eigene Welt.

Schon traurig, das dem Menschen nicht möglich ist, sich Dinge vorzustellen, die nicht existieren.

Wie auch immer ! Jetzt kennen wir der Stoff, aus dem unsere Welt besteht !

… ähm. Tun wir nicht ? Wir haben nichts definiert, wie können wir denn auf einmal Stoff haben, wenn wir bis jetzt nichts als Raum haben ?

[Die Wissenschaft ist zwar noch nicht so weit, aber meine Theorien wären, dass Materie auch Raum ist….]

Aber das sind nur Theorien ! Wir gehen hier nach Fakten ! Schließlich, soll unsere Welt logisch und unantastbar sein, einzigartig, und mit Details, die keine andere Welt hat, und uns zu den Besten der Besten macht !

Wie wird das eigentlich gemessen, welcher Unterschied den jetzt besser, und welcher schlechter macht ? Auch das wird in den folgenden Kapiteln bearbeitet.

Also : Raum und Zeit besteht. Ist ja das einzige was es bis jetzt gibt. Aber in dem Raum soll doch auch noch etwas existieren, oder nicht ? Sagen wir, weil wir ja auch zwischen Gut und Schlecht unterscheiden können, dass es dasselbe in dem Material der Welt geben soll . Dafür brauchen wir dann auch Bezeichnungen, damit die gut unterschieden werden können. Wie wäre es mit : Elektronen und Protonen ?

Gut, dann haben wir das also…

Erinnerst du dich an das, was wir als allererstes definiert haben ? Wir brauchen einheitliche logische Regeln und Gesetze. Dabei dürfen wir übrigens alles machen was wir wollen, solange es der Logik entspricht. Warum, weißt du ja bereits.

[Dasselbe gilt auch für die Menschen im Alltag. Sie glauben, sie hätten die komplett freie Wahl, dabei ist ein Großteil von dem, wie sie sich entscheiden, von dem Gehirn, dessen Entwicklungen, dessen Stimulanzen durch Ereignisse und Personen maßgeblich beeinflusst, wenn nicht gar zu 99 %. Lediglich diese kleine Stimme in deinem Kopf, die sich psychologisch als Resilienz bezeichnen lässt, ist dein tatsächliches Ich in bestimmten Situationen.]

Keep going ! Nun haben wir mit Elektronen und Protonen schon Dinge erschaffen ! Ist das nicht großartig ?

Freu dich darüber solange du willst, aber nun kommt der richtig geile Teil : Aus logischer Sicht müssen wir annehmen, dass wir zu jedem Zeitpunkt genau wissen, welche, und wieviele Sachen in unserem Universum existieren. Nun stell dir also vor du schwebst so in deinem Raum, und müsstest diese Informationen irgendwie wissen können. Aber alles was du kannst ist lesen und verstehen.

Jetzt kommt der Teil des Verstehens erst richtig zum Einsatz ! Nun sollte dir klar werden, dass du für diese Informationen eine weitere Sache erschaffen musst : Zahlen ! Nur mit Buchstaben und Bildern kannst du die Zahlen erschaffen, die einem logischen System folgen. Dabei reicht es auch nur eine Zahl zu machen, und da sich in deinem Universum ja alles ausschließlich logisch verhält, wird sich folgendes abspielen :

Sagen wir, du hast die Zahl Null erschaffen. Halt ein Punkt, wie deine Protonen und Elektronen, aber mit nichts, keine Eigenschaft wie gut oder schlecht. Mit wirklich gar nichts, sagen wir sogar so wenig, dass selbst die Mitte des Punktes fehlt ! Halt so wenig wie möglich, um eine Information darzustellen. Null bedeutet also nichts, gar nichts, nichts gutes, nicht schlechtes.

Nun greifen die Gesetze der Logik, und sagen : « Wenn es eine Zahl Null gibt, gibt es automatisch auch die Zahl Eins, sonst könnte die Information gar nicht dargestellt werden.  Da es aber nun damit zwei Informationen gibt, muss es auch die Zahl zwei geben. Jetzt haben wir schon drei Zahlen ! »

Das geht dann immer so weiter bis genügend Zahlen verfügbar sind, um deine Protonen und Elektronen endlich etwas erschaffen zu lassen !

Nur was ?

Ohne Bauplan hat das Universum doch gar keine Ahnung davon, dass es etwas erschaffen kann !

Dafür brauchen wir also Konzepte, die für alle nachfolgenden Bauwerke ineinander schlüssig sind, um möglichst viel erschaffen zu können. Also alles. Alles muss mit den bisherigen Regeln, und den Regeln die noch kommen werden perfekt abgestimmt sein.

Legen wir also eine Reihenfolge fest. Zunächst ein Konzept, welches die Zustände in allen Bereichen des Universums darstellen kann. Das beschließt dann auch, in welchen Dimensionen Dinge existieren können, und in welchen nicht.

Als nächstes brauchen wir Raum und Zeit. Diese Konzepte sollen ja auch irgendetwas bringen, denn wenn etwas (in diesem Fall bereits : Zahlen und die Mathematik) existiert, dann kann dies das Universum bereits so gut beschreiben, sodass es nur noch einen Grund geben müsste jetzt das Ganze in die Praxis umzusetzen .

Unser Grund ist, weil dieses Buch dir etwas erklären soll, wer du bist, was du vorhast und wie du das bewerkstelligen kannst.

Was sich das wirkliche Universum, in dem du und ich in diesem Augenblick leben, dabei gedacht hat, weiß bisher kein Mensch. Theorien gibt es ja. Genau wie die Theorien die ich dir gerade präsentiere. Aber Wissen kann nur die aktuelle Wissenschaft liefern.

Weiter im Text ! Wir haben also nun die Mathematik, den Bauplan für Formen die es geben sollen, bestehend aus Punkten, die nach Gesetzen der Logik existieren, und sich auch nicht ohne äußere Einflüsse verändern. Hört sich in meinen Ohren zumindest ziemlich stabil an.

Andere Universen mögen zwar genauso aufgebaut sein, aber das muss ja auch so sein. Schließlich muss alles rational gelten, sodass überhaupt etwas erschaffen werden kann. Demnach wäre auch der nächste rationale Schritt für uns, den nächsten Baustein unserer Blase zu planen :

Aktuell stehen Protonen und Elektronen mit ihren Gesetzen des Anziehen und Abstoßen, zusammen mit der Mathematik, die einen Haufen Zahlen gemacht hat (genau genommen unendlich viele).

Dadurch haben wir die Konzepte, die Spielregeln… aber alles ist noch ziemlich einfach gehalten. Wenn etwas als besser gelten soll, so soll es auch etwas komplexer sein, sonst versteht es ja jeder, und kann dich ganz einfach überbieten, und etwas komplexeres aufbauen.

Wir wollen unser Universum neben der Stabilität, Größe und Rationalität auch am komplexesten halten. Also fügen wir ganz einfach jedem Baustein auch noch Eigenschaften hinzu, am Anfang reichen allerdings nur zwei Bausteine aus, der Rest entwickelt sich, genau wie die Zahlen, von alleine.

Da es nun etwas komplexes gibt, können wir auch davon ausgehen, dass aus der Chemie, auch eine weitere Wissenschaft entsteht. Die können wir reichlich wenig kontrollieren, schließlich sind wir nur in der Lage am Anfang die Konzepte, Spielregeln und Eigenschaften festzulegen, bevor wir auf « Starte Spiel » oder « Starte Simulation » drücken.

Da uns eigentlich nichts mehr im Wege steht, lass uns doch mal schauen, was jetzt passiert !

Boom ? Kein Boom.

Laut heutigem Wissensstand wird sich das Spiel nicht am Anfang entwickeln, sondern erst nach

1043 Sekunden (Planck-Zeit). Wir haben eine leere Sphäre, das, was wir anhand der Geometrie berechnet haben, und dank Raum und Zeit nun existieren lassen können. Zunächst war es so groß wie die Planck-Größe, da, wenn ja die ganzen Baupläne usw. Auch in dem Universum gelten sollen, die Information ja auch irgendwo gespeichert sein muss, und das bildet dann im Verlauf den Rand des Universums.

Jap, du hast richtig gelesen, dein Universum in deinem Kopf besteht aus einer Bubble aus reiner Mathematik. Bis jetzt. Die Bubble breitet sich aus, weil die Logik noch immer zählt, wie viele Zahlen es gibt, und sie versucht in Form einer Zahl darstellen zu können (diese Anzeige haben wir btw nicht rein gerendert, was sollten wir denn mit der?), wodurch stets eine neue Zahl gefunden werden muss, was zu mehr Informationen führt, und die Bubble sich nun gleichmäßig ausbreitet. Drumherum ist ziemlich viel nichts. Dort haben wir ja nichts definiert. Bis jetzt nur Materie, Raum und Zeit innerhalb dieser Bubble, die im übrigen von allen äußeren Seiten im Raum gleich aussieht. Warum das so ist, beschreibt das kosmologische bzw. kopernikanische Prinzip.

In deinem Kopf kannst du dir einfach erklären, dass die Kugel die stabilste Form im Raum ist, solange nichts anderes durch starke Wechselwirkungen die Stabilität beeinflusst.

Nun beginnt währenddessen im inneren dieser Sphäre die Quark Era, so nach ca. 10-35 bis 10-32 Sekunden hat sich deine Kugel von einem enorm winzigen Bällchen, ungefähr zu einem stattlichen Fußball entwickelt. Kosmische Inflation setzt ein, dein Universum nimmt, ähnlich wie das echte, seinen Lauf.

In dieser Zeit geschehen ein paar echt verrückte Sachen. Elemente, die du dir nicht hättest vorstellen können, entstehen mit der Zeit. Sterne entwickeln sich, Klumpen entwickeln sich, auf diesen Klumpen entsteht Leben, das dann stirbt, großteils, dann gibt es wieder Leben, diesmal nehmen die den Sche* ß sogar ernst, es entstehen und sterben viele weitere Arten in der Zwischenzeit, aber nach ziemlich langer, langer Zeit, (so lange dürfte dein Kopf gar nicht in der Lage sein zu leben, also hoch lebe die Simulation !) gibt es eine ganz besondere Spezies von Tier.

Joa, das sind wir. Wir bestehen vollständig aus Mathematik, Physik, Chemie und Biologie, und letzteres haben wir am Anfang nicht mal erfunden!

Dann waren wir in der Zwischenzeit sogar sehr produktiv (und destruktiv), haben fleißig Dinge wie Bibliotheken gebaut, dann wieder zerstört, dann uns gegenseitig auf diesem Planeten namens Erde getroffen, und uns erstmal schön den Krieg erklärt. Und das auch noch über einen längeren Zeitraum, aber nichts im Vergleich zu dem was schon alles in der Bubble passiert ist, und was noch passieren wird.

Also, wir haben es geschafft ! Wir sind in der heutigen Zeit angekommen !

Nun haben wir den Vorteil deines Gehirns : Wir Menschen sind teils rational denkend, aber auch derart komplex, sodass wir selbst mit einem rational arbeitendem Gehirn auch irrationale Entscheidungen treffen können.

Krass, oder ? Einfache Kreaturen ohne dieses « Gehirn » machen Fehler, einfach weil sie nicht besser können. Komplexere Kreaturen haben derart viele Informationen zu verarbeiten, sodass sie Fehler machen, obwohl sie die richtige Handlung/Entscheidung kennen, aber nicht mit dieser Komplexität umgehen können.

Faszinierend.


Viel Spaß in deiner Welt!

Du wirst sie (vielleicht) brauchen, um die Schönheit dieser (physischen) Welt noch mehr wertzuschätzen ;).

Vielen Dank für’s Lesen!

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