Triggerwarnung: Sowohl schlechte Grammatik und Zeichensetzung, als auch eine eigene kritische Stellung kann in dieser Kurzgeschichte vorzufinden sein. Letzteres wird durch ein unglückliches Ereignis verdeutlicht, welches manche Leser/innen wohl abschrecken/verstören könnte.

Es findet in dieser Kurzgeschichte keine Gewalt statt.


Eis. Rutschig. Kühl. Schön kühl.

Nekka reckte ihren Kopf. Sie war mitten im Schnee und fühlte sich wohl. So wohl.

Endlich ! Endlich lag um sie herum der ganze Schnee. Sie spürte Freude, unendliche Freude.

Keine Mütze, keine Jacke, kein gar nichts verhinderte den Kontakt mit dieser bitterschönen Kühlheit. Es beruhigte sie, lies sie sicher fühlen, als wäre sie eine Prinzessin in einem Eisland.

Sie allein regierte hier, niemand anderes. Sie hatte doch eben noch genau das selbe geträumt. Sie lag dort eben noch auf der Wiese und lies die Sonne auf sich prallen, die eigentlich lange nicht mehr scheinen sollte, doch einige Meilen in ihrer Stadt, in einer schicken teuren Bude, sahen wichtige Personen dieses schöne Wetter und genossen es. Sie unternahmen nichts, obwohl sie könnten. Niemand nur wußte, ob denn diese wichtige Person das wußte.

Die DCU abgekürzt für Dirigierende Chemie- und Abgasbranchen Union, wollte sich gewiss sicherlich um die Natur und Umwelt kümmern, doch die meisten ihrer Mitglieder gingen bald in Rente, und mal ehrlich, welcher Schüler würde sich kurz vor den Sommerferien noch einmal richtig reinhängen und sich anstrengen, seinen Job richtig machen, und dabei normal sein?

In der Schule, in die Nekka gegangen ist, gab es zumindest niemanden, der das freiwillig getan hätte. Doch ihr war das egal. Sie war einfach nur froh das es wieder kalt war, diese ständige Hitze, die Jahr für Jahr immer weiter zunahm, brachte sie noch eines Tages um, davon war sie überzeugt.

Deswegen war sie ja auch sehr engagiert, schwänzte Schule um gegen die DCU zu protestieren, die das ständige wärmer-werden stoppen sollen. Für Politik interessierte sie sich zwar nicht, aber für die Kälte, denn in der Wärme fühlte sie sich nicht gut. Da würde man zu viel schwitzen, viel zu viel trinken müssen, demnach auch viel öfters aufs Klo, dann käme sie ohnehin nicht mehr zum viel lernen, weil sie sich dabei auch nicht gerade konzentrieren könne….

Der Winter hingegen ist einfach. Genug Zeit, um gemütlich in der Stube viele Bücher zu lesen. Romane. In denen die Protagonisten irgendwelche Handlungen im Schnee erlebten.

Nekka mochte Schnee einfach, kein Wunder also, das sie schon öfters fast am erfrieren war, da sie stets ihre Winterklamotten vergaß, bevor sie rausging. Ungern erinnerte sie sich an die drei Male in ihrer Kindheit zurück, als der Krankenwagen kam, um sie noch vor dem Erfriertod zu retten. Damals war sie noch klein und kindisch, dachte sie. Jetzt sei sie viel erwachsener, und wüsste wann sie wieder nach Hause müsste.

Der Schnee hörte auf zu rieseln. Die Wolken waren dicht, und es schien nirgendwo Licht hindurch.

In der ganzen Zeit, in der Nekka Prinzessin gespielt hatte, war der alte Herr in der Stadt unglücklich, da nun keine Sonne mehr schien.

Er hätte Arbeit zu tun, wollte aber nicht.

Er wollte einfach nicht, Schluss, Aus, Ende.

Er war vielleicht Politiker, aber kein Arbeiter, gearbeitet habe er ja schließlich schon genug, aber keinen kümmerts, meinte er.

Die Medien berichten ja auch nur über die schlechte Sachen, die Fehler die ich gemacht habe, nie über das was ich gut gemacht habe, meckerte er laut.

Wie ein kleines Kind. Die Frau kam ihm nun wie eine gute Mutter entgegen, und versicherte ihm, dass es doch nicht gutes gäbe, über das die Medien berichten könnten. Das sah er ein. Und am nächsten Tag, so beschloss er, würde er von nun an gemeinsam mit der Partei mehr für die Umwelt, mehr für die Kälte tun. Wie so ein übermotivierter Schüler kurz vor der Sommerpause.

Nekka wollte aber nicht mehr warten. Und sie gab die Hoffnung eigentlich auch schon vor langer Zeit auf. Die Hoffnung, dass die DCU mal endlich etwas tun würde.

Dass sie ihre Meinung tatsächlich ändern würde.

Nicht nur die Dinge beschließen, und hoffen, das es klappt. Nein, sich auch täglich leidenschaftlich in ihren Beruf stürzen, und Menschen helfen, in dem Lösungen gefunden werden.

Das, was der Politiker auch machen sollte, wofür dieser Beruf überhaupt geboren wurde.

Nekka dachte all die Zeit nach. Der DCU Politiker war wirklich fest entschlossen, und bereit, es ab morgen durchzuziehen. Doch heute war noch Pause. Er saß sich mit seiner Frau an den Fernseher und lachte mit ihr über eine Reportage in der es um e-Sport ging.

Nekka’s große Leidenschaft. Neben Büchern.

Auf einmal dachte sie nicht mehr nach.

Das hätte ja auch keinen Sinn mehr, vollendete sie ihren letzten Gedanken.

Sie hörte auf, im Schnee zu spielen, und stand nun ganz ruhig da. Obwohl sie sich reichlich bewegte war ihr nun spürbar kalt geworden. Sehr kalt. Sie kannte dieses Gefühl tatsächlich nicht so gut, verwunderlich wenn man bedenkt wie oft sie fast erfroren wäre. Nein, aber diesmal spürte sie es, wie sie erfror.

Sie lächelte. Sie suchte die Stelle auf der sie eingeschlafen war.

Ihre Eltern und ihr Hund suchten schon seit ein paar Minuten nach ihr. Der Schnee kam so plötzlich, und Nekka war seit dem Morgen nicht mehr Zuhause. Am morgen war es zwar frisch, aber nicht kalt genug für eine Winterjacke. Doch das änderte sich an genau diesem Tag komischerweise drastisch, und es fiel Schnee, ohne Vorankündigung.

Nekka fand die Stelle, und kullerte sich zusammen. Kalt. So kalt.

Eis, rutschig, kühl. Beruhigung, Sicherheit, Kindheit.

Eis. Rutschig, Kühl…

Sie zitterte. Sehr.

Ihr Hund nahm endlich ihre Fährte auf. Sie war nicht wie gewöhnlich an ihrem Lieblingsplatz, sondern war etwas tiefer in den Wald gegangen, an einen See, an dem sie gerne Steine über das Wasser gleiten ließ. Sie war sogar recht gut darin, so gut, dass ihre Eltern sie täglich üben ließ, wenn sie Lust darauf hatte. Doch hätten sie mit dem Schnee gerechnet, dann hätten sie Nekka niemals alleine gelassen.

Alles was sie sah war weiß. Nur wenn sie kurz ihr Augen schloss, dann war es dunkel. Sie konnte sich nicht entscheiden, beide Farben waren schön. Deswegen blinzerte sie oft es ging. Doch sie schaffte es nicht so schnell, den es tat weh.

Ihre Augenlieder taten weh. Weil es so kühl war.

Sie spürte ihr Herz noch kaum. Ihre Atemzüge wurden langsamer, viel langsamer. Auf einmal wurde sie wieder so müde.

In dem Moment lag sich der DCU-Politiker zu Bett, es solle morgen ja schließlich ein langer anstrengender, produktiver Tag werden.

Ihr Hund hatte sie endlich gefunden. Nekkas Körper war unterkühlt. Ihre Eltern kamen ein paar Sekunden später, und in genau diesen Sekunden, starb sie.

Am nächsten Morgen, ließen Nekkas Eltern wieder wie üblich den Fernseher laufen.

Es gab nichts, keine Reden, keine Konzepte, keine Diskussionen. Ein ganz normaler schwarzer Tag, trotz Schnee. Und das blieb so für Wochen, Monate, Jahre…

Irgendwann starben auch Nekkas Eltern. An Folgen einer Überhitzung.


Bitte, wer immer ihr seid, lasst euch diese Geschichte durch den Kopf gehen.

Teilt es auch, so gut es geht. Nekka würde es freuen.

Wie immer, habt einen wunderschönen, eiskalten Tag, bleibt neugierig, und…

Vielen Dank für’s Lesen, Teilen und Kommentieren!

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