Flynn. Jep, Er war’s. Der einzig wahre. Kaum einer hatte seinen Namen noch nicht ausgesprochen. Doch so wie er war, dachte er sich meist etwas aus, um die Leute an seinen Namen zu halten. Um ihn irgendwie tagtäglich in ihre münder zu stopfen, sodass ihn ja niemand vergisst. Das machte er nun schon seit Jahren mit Erfolg. Und die Leute bemerkten das nicht einmal.

Ob es nur ein Wunder war, ob es plötzliche Amnesie war, oder ob er nur in einer Zeitschleife gefangen blieb, die sich ständig wiederholte : Die Menschen verhielten sich an jedem neu anbrechendem Tag so, als hätten sie Flynn komplett vergessen, und er machte sich jeden Tag die Mühe, am Ende des Tages wieder als unvergessliche Legende dazustehen.

Doch leider gab es kaum jemanden der Fotos nahm, Gedichte über ihn schrieb, oder gar wirklich mit ihm anfing zu reden, und eine Beziehung mit ihm aufbaute.

Es waren dabei Menschen wie du und ich, die sich jeden Tag aufs neue in ihre Arbeit vertieften, dann Flynn sahen, oder ihn in unserem Kopf herumschwirren hatten, und dabei irgendeine Emotion in uns auslöste.

Denn Emotionen, das hatte Flynn erkannt, waren der Schlüssel zu dem menschlichen Glauben. Wer sich wohl in seiner Nähe, oder seinem Erscheinungsbild fühlte, der ward ihm auch gleich darauf unterlegen. Dabei hielt Flynn selbst sehr wenig von Emotionen.

Doch sich zu langweilen, oder seine Taten zu hinterfragen, das tat er nie. Nein, er lebte jeden Tag aufs Neue, nistete sich in die Köpfe der Menschen ein, und lebte dabei Tag für Tag in einem neuen Land. Mit neuen Menschen, neuen Gedanken, neuen Landschaften und Bauwerken, die Flynn bei ihrer Größe und Pracht nur zum lachen brachten.

Er fragte sich bei jeder Schönheit, bei jedem glorreichem Meisterwerk, ob er denn etwas davon halten sollte. Denn nur er selbst, er ganz allein, Flynn, war über die Ewigkeit stets in jedem Wesen, in jedem Objekt, hatte Mächte und Untertanen bestimmt und beschworen, und noch nie, kein einziges Mal kam ihm der Gedanke, beeindruckt, gelangweilt oder einfach nur zufrieden zu sein.

Für ihn war die Welt sinnlos. Für uns alle war Flynn sinnlos. Aber Flynn hat seit Ewigkeiten existiert, und wird das weitere ewige Male tun. Vielleicht ohne uns. Vielleicht aber auch mit uns. Das hängt von Flynn ab.

Eins steht fest. Wir haben Flynn zum nachdenken gebracht. Und er selbst gab gerne zu, dass er lieber bei uns vielfältigen Wesen sein kann, da hier deutlich mehr Komplexität abgeht als in den Zusammensetzungen und Wechselwirkungen in weit entfernten Galaxien. Hier gab es etwas Neues:

Irrationalität, Kreativität, Wechsel und Veränderung.

All dies ist eben meist nicht so vorraussehbar wie jedes berechenbare Ereignis.

Flynn hatte bereits vieles gesehen und erlebt, und obwohl er bereits jedes Detail der Zukunft berechnet hatte, war er sich bei den Menschen unsicher. Sie stellten ihm eine gewaltige Konkurrenz dar, die das unverkennbare Potenzial hatte, seine Pläne und Berechnungen zu verändern.

Damit hatte er ein ganz gewaltiges Problem : So wie er es geplant hatte, war es das einzig logische, das einzig Richtige, das einzige, was eigentlich nur möglich sein kann, in diesem Universum.

Alles soll sterben, dann soll alles wieder leben. Das war sein Plan.

Flynn schmunzelte in genau diesem Moment. Er wusste, dass die Menschen Wege finden könnten, ihre Spezies über ihre berechnete Deadline hinaus überleben zu lassen. Er wusste, dass dieses Universum nicht wie eine Sinus-Kurve verlaufen könnte, sondern dass das Leben wie eine Exponentialfunktion aufschießen könnte.

Könnte. Das wusste er.


Nur wieder mal so ein Gedanke, der mir durch den gedanklichen Palast schwirrte.

Was haltet ihr von dieser Vorstellung?

Gerne kommentieren!

Wie immer wünsche ich noch einen wunderschönen Tag, bleibt neugierig, und…

Vielen Dank für’s Lesen!

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