Zufällig

Krieg ist nie schön, besonders nicht, wenn man mitten in der Schrecklichkeit gelandet ist, und sie von nahem erlebt. Andere bekommen es über die Medien mit, wie auch du, vor einiger Zeit. Doch nun bist du hier. Was auch immer geschieht, irgendjemand oder irgendetwas stirbt. Jede deiner Handlungen könnte die letzte sein, sei sie auch so gut oder schlecht gemeint.

Schon früher hast du die Kinder in deiner Klasse nicht verstanden, die Krieg spielten oder scheinbar grundlos gemein waren. Wenn du hingegen eine friedliche Kindheit hattest, wisse, es gab schlimmere, viel schlimmere Klassen, als die, in die du gegangen bist. Klassen, in denen grundloser Hass herrschte, Klassen, in denen das Wort « Freund » lediglich die Bedeutung für ein Mittel zum Zweck darstellte.

Gewalt ist schon eine komische Sache. Wie eigentlich alles in diesem komischen Universum. Wären wir Menschen nicht hier, und würden die Tiere ihr tierisches Leben leben lassen, so würden sich vielleicht sogar menschliche Gesten, und romanreife Handlungen abspielen, ja, all das, auch wenn wir nicht hier wären. Es würde nur wahrscheinlich kein Primat auf die Idee kommen das zu filmen, und damit Geld zu machen, wirtschaftlich zu handeln. Das dürfen nur wir Primaten machen, wir haben die nötigen Synapsen dafür. Obwohl, das Wort „dürfen“ ist ja auch nur eine Erfindung der Menschheit. Recht, Gesetz, Gut und Böse, all das haben wir uns zwangsweise aufbauen müssen, um Menschen zu sein. Ohne all das, wären wir also keine Menschen. Genau so wie Primaten, keine Primaten wären, würden sie nicht ständig mit ihrer Banane in der Hand von Baum zu Baum klettern.

Wir würden auch keine Kriege mit unfassbar riesigen Mausefallen führen, die Mäuse würden sich selbst untereinander auch nicht damit bekriegen. Demnach würden die Tiere, die gejagt werden sollen, sterben, und diejenigen die sie gejagt haben einen vollen Magen haben, und damit für den Moment glücklich und befriedigt sein.

Manch einer mag nun vermuten, es käme nie zu einem Ungleichgewicht, wenn alles mit optimalen Bedingungen starten würde. Und das könnte auch tatsächlich so sein. Doch mag sich eine Population, (sagen wir: Widder), durch irgendeinen Zufall nicht mehr fortpflanzen, nicht mehr befriedigen wollen, so würde das gesamte System aus dem Gleichgewicht geraten.

Und wehe all jenen, die den einen Typen mit den komischsten Ideen und Einfällen ohne gescheite Begründung abweist und ignoriert: Die Biologie hat bereits öfters gezeigt, dass selbst ein Mensch mit ausgezeichnetem Immunsystem, regelmäßigem Sport, gesunder, ausgewogener Ernährung und sonstigen stabilisierenden Faktoren, Krebs bekommen kann.

Die Widder sind zu einem bestimmten Zeitpunkt alle mal einfach verrückt, ihre Synapsen, ihr Nervensystem, lässt sie irgendeinen Sche*ß machen, ob dies nun gut oder schlecht sei, ist egal. Ob es nun bereits wissenschaftlich erklärbar ist, oder nicht, ist egal.

Was aber nicht egal ist, wissen wir nicht. Für uns gilt ja schließlich genau das selbe: Wenn ein Mensch etwas tut, was niemand von dem oder derjenigen erwartet hätte, bspw. ein Fehler, eine falsche Note bei einem Klavierstück zu spielen, so ist es höchstwahrscheinlich im Nachhinein wissenschaftlich herzuleiten, aber nicht vorauszusehen. Was in unserem Hirn abgeht, und warum, ist alles auf demselben Prinzip beruhend, wie das Konzept des Universums: Stochastik. Zufall, und Logik. Alles ist durch die Mathematik, die Biologie, die Chemie, und durch die Physik erklärbar, doch warum existiert das alles? Na, wegen dem Zufall. Ebenso eine Komponente der Mathematik, richtig.

Wir sind durch Zufall entstanden, aber durch einen noch größeren Zufall haben wir auch noch überlebt.

Durch Zufall ist die Biologie entstanden, die uns sagte, das wir Wärme mögen, das wir Essen mögen, das wir das andere Geschlecht mögen, das wir sonstige Stimulationen mögen, bspw. Durch andere Menschen, andere Orte, oder neue Aktivitäten. Durch Zufall, entstand eine gewisse Menge an Energie, die jetzt ständig durch das All herumspringt, auch durch die Menschen mit dem Namen „Entropie“ getauft.

So, durch diese Zufälle haben wir also Interessen entwickelt. Und gibt es mehrere Parteien, mit Interessen, seien es nun gleiche oder unterschiedliche, sagt das durch Zufall entstandene primitive Hirn nun: „Krieg!“.

Das durch Zufall entstandene menschliche Hirn, hat aber durch Logik gelernt zu sagen: „Eh, unsere Biologie schreibt uns vor, zu überleben, also machen wir das mal… Oh, da ist aber jemand anderes, sogar von unserer Spezies, der/die genau dasselbe will wie ich… Hm, wie machen das andere Tiere… Joa, sieht so aus, als würden sie sich untereinander versorgen, die Ameisen, die Vögel, die Primaten scheinen sich gegenseitig zu unterstützen. Dann machen wir das doch mal auch… Oh warte mal, ich höre was… die Biologie schreibt uns sogar vor, besser als andere Tierarten zu sein, um die Wahrscheinlichkeit auf das Überleben zu erhöhen. Hm, interessant. Also ist das dann sowas wie Ehrgeiz? Na ja, dann wollen wir mal unsere Tierart überleben lassen…“

Bam, Wirtschaft. Zack, Wirtschaftswachstum.

Hat aber ja nur Kriege und so auch noch nebenbei ausgelöst. Warum auch immer. Theorien sagen, das es im Menschen drin wäre, dieses Verlangen nach dem kämpfen. Es kam durch die Evolution. In anderen Worten:

Zufällig.


Die deutsche Übersetzung von einem Artikel, den ich schon letzte Woche auf Englisch veröffentlich habe.

Hoffe, wie immer, dass es euch gefallen hat.

Ich wünsche euch, wie immer, einen wunderschönen Tag, bleibt neugierig, und…

Vielen Dank für’s Lesen!

Veröffentlicht von Ventusator

Eigentlich bin ich manchmal ganz nett. Sometimes I may actually be nice.

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