Eines Sonntagabends bemerkte Sie, dass er nicht mehr da war.

Johnny ist einfach nicht mehr neben ihr im Bett, wo er sonst immer war.

Der Geruch von seiner vergilbten Zigarette lag noch immer in der Luft, und es kam ihr vor als hätte dieser Geruch einen Großteil seiner Existenz ausgemacht. Aber er war fort, kein Zweifel. Sein Körper war verschwunden.

Die Zigarette lag ausgekokelt im gläsernen Behälter auf dem Nachttisch. Die Kerze, die das danebenstehende Bild von der problematischen Ehe, samt Schwiegermutter und unglücklichen Schwiegervater aufleuchten ließ, erinnerte Jody an all das, was hätte besser laufen können.

Unter dem Bett lag eine alte Zeitung, mit der Überschrift eines « Ausrufs zu einem Kohle- und Stahl Abkommen. »

Wie gern Sie doch beide in dieser Zeit des Wiederaufbaus lebten. Diese Zeit schien für alles ein Wiederaufbau zu sein, sogar der Nachbar von nebenan hat seine Katze nach 2 langen Jahren wieder aufgesucht und gefunden.

Jody wünschte sich, auch Johnny wieder einfach aufsuchen zu können. Aber sie wollte das nicht.

Sie sagte zwar es wäre schön, wenn er nicht so stur wäre. Ihre eigentlichen Wünsche waren aber ein Rätsel für die Welt da draußen, denn sie unternahm nichts.

Tage vergingen. Monate vergingen. Jahre vergingen. Die Zeitung unter dem Bett behielt das selbe Datum, wie vor all diesen langen Jahren. Jody lag noch wie immer im Bett, selbst nach all diesen langen Jahren.

Ihr Skelett war damals schon so weiß, nicht so vergilbt wie das Zeitungspapier, oder die Zigarette.

Es roch noch immer nach Tabak, aber jetzt war auch noch ein wenig Staub hinzu gekommen.

Sie wartete immer noch, dass Johnny wiederkam. Sie unternahm zwar nichts, aber hoffte. Und das war ja schließlich alles, was sie je hätte tun können, und was sie je tun könnte.

Selbst ihre Leiche war damals schon damit einverstanden, als Johnny sie im Bett tötete, und sie danach einfach so liegen ließ.

Die neueste Ausgabe der Zeitung berichtete sogar von Johnnys Taten, aber nicht von ihrem Tod. Unter dem Bett lag schließlich noch immer die alte Ausgabe von dem « Ausruf zu einem Kohle- und Stahl Abkommen ». Woher sollte sie das also wissen ?

Außerdem hat sie nichts großartiges geleistet, warum sollte sie plötzlich in einer Zeitung auftauchen ? Sie war ja nicht berühmt oder so. Als Kind wollte sie das immer werden. Sie wollte eine starke, unabhängige, belesene Frau sein, die keinen Mann bräuchte, um glücklich zu werden.

Aber das tat sie nicht. Das wäre ja nicht realistisch. Alle um sie herum sagten das. Also musste es ja auch stimmen.

Würde sie nur die Zeitung der heutigen Zeit lesen. So wie es Jane tut. Darin stehen viel mehr Dinge als früher. Zum Beispiel dass die Welt auseinanderfällt, Proteste stattfinden, Leute ihre eigenen Gedanken haben, und sogar glauben sie wären richtig. Alle sagen das von sich. Aber niemand weiß mehr, ob das auch stimmt.

Ein Aufruf zum Selbstdenken. Ein Aufruf zur Isolation. Konstruierend. Wiederaufbau.

Ein Aufruf zum Schlafen, an einem Sonntagabend.


Hey, dieser Aufruf geht an Dich.

Träume, etwas aufzubauen, etwas zu erschaffen. Dein erster Versuch aus freiem Willen, ist dein ganz eigener, persönlicher Weg.

Mach also etwas, und vergilbe nicht so, wie die Zeitung.

Ich wünsche noch einen wunderschönen Tag, bleibt neugierig, und…

Vielen Dank für’s Lesen!

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