Aber was symbolisiert der König denn überhaupt? Er zeigt das, was viele wahrscheinlich verabscheuen. Neben der Wahrheit, zeigt er in dem menschlichen Weltbild die Emotionen an.

Du hast sie, kannst sie aber für nichts gebrauchen. Sie haben Macht, aber sehr begrenzt.

Vor dem König hat jeder Respekt, dennoch, hat er sich dies nicht durch seine Macht im Spiel, sondern seine Macht außerhalb des Spiels verdient.

Zwei emotional-geladene Möchtegern-intellektuelle, die sich auf einem simplifizierten Lebensspielfeld gegenüber treten, und sich dabei der Illusion hingeben, rational denkend und mächtig zu sein. Dabei ist der König selbst der, welchem dem Spieler seine Macht und seinen Respekt abverlangt.

Die meiste Macht hat immer noch derjenige, der seine Macht auf Unwissende ausübt.

Wobei wir auch schon bei den Bauern wären. Denn das Machtdiagramm für ihr gesamtes Leben würde genau so aussehen, wie sich ihre Höhenlinie zum horizontal benachbarten Stein unterscheidet: Gar nicht. Die Differenz ist bei einem idealisiertem Schachbrett samt Figuren in der Grundstellung gleich null. Genau wie ihre Motivation. Wie ihre Ambitionen und undurchdachten Lösungsvorschläge. Wie ihre unerträglich einfachen Interpretationsansätze und Weltanschauungsglaubenssätze. Die Macht, die sie dabei haben, ist gleich (wie jetzt) null.

Weshalb aber ist die Dame dennoch nicht in der Lage, L-förmig zu springen?

Disziplin erfordert nun mal ihren Tribut. Denn wer auch immer versucht, natürliche Begabung und harte Arbeit nur durch harte Arbeit zu übertrumpfen, wird in irgendeinem Punkt immer der natürlichen Begabung unterlegen sein.

Wenn der Springer sich bewegt, und das gilt auch für andere Figuren, desto mehr Arbeit investierst du in diesen Aspekt deines Lebens. Je mehr du das mit nur einer einzigen Figur machst, wirst du all jene Stellen, an denen du z.B. stehen bleiben solltest, um einen strategischen Vorteil zu erlangen/beizubehalten einfach ignorieren, und weiter deines Weges gehen, was höchstwahrscheinlich zu dem Tod dieser einen Figur, die mit einer Idee zu vergleichen ist, führt. Unvermeidlich.

Am Ende eines solchen Falles, hast du all deine Mühen, all deine Zeit, verschwendet. Da Zeit gleichzeitig Leben ist, bist du für die Hälfte deines Lebens gar nicht am Leben gewesen.

Du wärst also gestorben. Was deinem Eros widerspricht. Du möchtest weiter überleben, und alles daran setzen, alles dieser Welt zu geben, was du musst, damit sie dich in Ruhe lässt.

Damit sie dich solange dieses Spiel spielen lässt, wie du kannst. Es wird unweigerlich zum Ende kommen, das ist jedem Spieler (eigentlich und hoffentlich) klar.


Wenn nicht, macht es euch klar!

Ich wünsche noch einen wunderschönen Tag, bleibt neugierig, und…

Vielen Dank für’s Lesen!

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